Kapst, Erich: Bartoks "polymodale Chromatik" - Ein Beitrag zur Analyse seines Schaffens. - Diss., Inst. f. Musikviss. Leipzig. Beginn: 1964; Abschluß: 1969.
Ausgehend von Bartóks eigenen Schriften, insbesondere den an der Harvard-Universität gehaltenen Vorlesungen, wird versucht, die Tonalität als Gestaltungsmittel im Gesamtschaffen nachzuweisen, um so den Modellcharakter des Volksliedes zu erhellen. Da dies nicht losgelöst von anderen Kompositionspraktiken - zeitgenössischen wie traditionellen - betrachtet werden kann, andererseits mannigfache Interpretationen schon vorliegen, mußten folgende Gesichtspunkte in den Kreis der Betrachtungen einbezogen werden: Das Volkslied; Volksliedbearbeitung und motivische Konstruktion; Folklore und thematische Konfigurationen; Melos und Tonalität; Gestaltvariation und klangliche Determination. Wegen der verzweigten Quellenlage wird dabei das Schrifttum jeweils in den einzelnen Kapiteln kommentiert. Vergleichbar den konstruktiven Verfahren von anderen Meistern des 20. Jahrhunderts bewirkt die "modale Chromatik" ein umfassendes System musikalischer Beziehungen, das zugleich den ästhetisch angestrebten Ausdrucksmöglichkeiten adäquat ist.
Personen
- Erich Kapst Autor*in