Rudolph, Johanna: Händelrenaissance. Band II. Händels Rolle als Aufklärer. - Berlin u. Weimar: Aufbau-Verlag 1969. 464 S.
Der zweite Band der "Händelrenaissance" ist vornehmlich Italien und England als wichtigen Stationen des Händelschen Lebensweges gewidmet. Wir erleben Händel als eine große Gestalt der Aufklärung, als einen Klassiker der Musik in dem Sinne, wie Goethe den Begriff des klassischen Nationalautors prägte. Händel konnte für die deutsche Aufklärung wirksam werden, weil er in England ein Teil der europäischen Aufklärung geworden war. Seine Wirkung auf Brockes, Klopstock, Eschenburg, Voß, Herder und Goethe wie sein Einfluß auf die musikalischen Klassiker Gluck, Haydn, Mozart und Beethoven wird an aufschlußreichen Beispielen belegt. Händels Musik ist durchdrungen von pantheistischen Zügen. Die der gesamten Aufklärungsepoche bekannten beziehungsreich-poetischen Bilder vom Tage, der die Nacht überwindet; vom Licht, das die im Dunkel wandelnden Völker erblicken; von dem Sturm, der den Morgen einer erneuerten Menschheit heraufführt - dieses Beethovensche "per aspera ad astra" ist in unzähligen Varianten bei Händel vorgebildet. Mit dieser Darstellung von Werk und Persönlichkeit Händels werden zugleich irrtümliche Auffassungen von Händel als einem "Barockmusiker" entkräftet.
Personen
- Johanna Rudolph Autor*in