Herberger, Rainer: Möglichkeiten und Grenzen der Programmierung des Musikunterrichts. - Diss., Leipzig. Beginn: 1967; Abschluß: 1970.
Als theoretische Grundlegung wurde der programmierte Musikunterricht nach den Hauptaspekten der Kybernetik, der System-, Regel-, Informations- und Algorithmentheorie untersucht. Dabei ergab sich, daß der programmierte Musikunterricht am effektivsten ist, wenn er eine Automatisierung des Unterrichts und eine Algorithmierung der geistigen Schülertätigkeit zugleich garantiert. Dies ist auf musiktheoretischem Gebiet und den damit verbundenen elementaren musikpraktischen Tätigkeiten möglich. Musikhistorischen Zusammenhängen liegen keine Algorithmen zugrunde, sie können aber in programmierter Form vermittelt und geübt werden. Unmöglich ist die programmierte Entwicklung künstlerischer und schöpferischer Fähigkeiten. - Es wurden 7 amerikanische Musiklehrprogramme sowie derartige westdeutsche und sowjetische Arbeiten analysiert. - Eigene experimentelle Vergleichsuntersuchungen mit Musikstudenten und mehreren Schulklassen ergaben, daß der programmierte Musikunterricht zu signifikant besseren Lernergebnissen als der konventionelle Unterricht führt, wenn er in größeren Gruppen (ab 20 Schüler) eingesetzt wird. Im Schulmusikunterricht wurden Kurzprogramme zur Wiederholung, Leistungskontrolle, Übung und Übertragung von Stoffen eingesetzt, die vom Lehrer in Verbindung mit dem Singen und Musikhören eingeführt worden waren. Es wurde ein magnetbandgesteuertes Trainingsgerät für Hör- und Rhythmusaufgaben konstruiert und erprobt.
Personen
- Rainer Herberger Autor*in