Bericht 1970

Eintrag 43

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Artikel
Zum Bericht 1970

Clemens , Walter: Zur wissenschaftlichen Grundlegung der Musikerziehung. - In: Bericht über den internationalen Musikwissenschaftlichen Kongreß Leipzig 1966.- Kassel, Basel (usw.): Bärenreiter; Leipzig: VEB Dt. Verl. f. Musik 1970. S. 375-379.

Eine zielgerichtete Erörterung musik-pädagogischer Fragen beginnt gegen Ende des vorigen Jahrhunderts. 1892 konzipierte Richard Kaden (1856-1923) in Dresden eine moderne Musikpädagogik auf philosophisch und psychologischer Grundlage. Wesentliche Anregungen dazu hatte er durch das Studium der Schriften des Philosophen K. Chr. Fr. Krause (1781-1832) erhalten, bei dem die eigentlichen Anfänge einer systematischen wissenschaftlichen Musikerziehung zu finden sind. Exponent der wissenschaftlich fundierten Musikerziehung in der DDR wurde Fritz Reuter (1896-1963). Seine Bedeutung für die Entwicklung nach 1949 steht im Mittelpunkt vorliegender Betrachtung. Wir finden bei ihm die gleiche Thematik wie bei Krause und Kaden, die er schöpferisch mit den Forderungen der Gegenwart verband. Durch die Verlegung der Musikerziehung in eigene Universitätsinstitute gewinnt die Grundlagenforschung vorrangige Bedeutung. Die Musikerziehung bedarf einer spezifischen Methodik. Die Steigerung der Realität und Effektivität der gesamten musikalischen Bildungs- und Erziehungsarbeit verlangt für die Schulmusikerziehung optimale Organisationsformen und Lehrwege zur Vermittlung der Unterrichtsinhalte.

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