Bericht 1970

Eintrag 81

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.1970
Zum Bericht 1970

Gleß, Dietrich: Untersuchungen über die Singefähigkeit hei Schulanfängern rum Zeitpunkt des Schulbeginns und über Möglichkeiten, die Singefähigkeit bei falschsingenden Schulanfängern zu entwickeln. Bd 1.2. — Leipzig, Phil. Diss, 1970. 194 und 108 S.

Untersuchungen bei 1362 Schulanfängern ergaben: 60,l % intonationsrein. Singende, 29,2 % Falschsinger, 4,9 % Sprechsinger, 5,2 % Tiefsinger. Der Anteil richtigsingender Kindergartenkinder liegt um 13,2 % höher als bei Nichtkindergartenkindern. Der Begriff "Sprechsinger" anstelle des bisherigen abwertenden Terminus "Brummerl' wird eingeführt. Der Anteil der Tiefsinger bei Kindergartenkindern ist um 3,9 % höher als bei Nichtkindergartenkindern. Grundsätzlich und mit Hilfe spezieller Übungsfolgen ist die nachholende Entwicklung der Singefähigkeit bei der Mehrzahl der Falsch- und Sprechsinger möglich. Ein günstiger Termin ist das 1. Schuljahr, das ergibt sich aus psychologischen, medizinischen und anatomisch-physiologischen Gesichtspunkten. Durch HNO-ärztliche Überprüfung wurde Korrelation von mangelnder Hörfähigkeit C30-40 dB Hörverlust) und fehlender Singefähigkeit festgestellt. Falschsingende finden schneller Zugang zur Melodie, wenn vokale bzw. akkordische Stützung erfolgt.

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