Hennenberg, Fritz: Paul Dessaus politische Chorkantaten 1944-1968. - In: Sammelbände zur Musikgeschichte der Deutschen Demokratischen Republik. Bd 1. - Berlin: Verl. Neue Musik 1969. S. 91-129.
Anliegen des Beitrages ist die Exemplifizierung der aktiv progressivierenden Funktion des anspruchsvollen Werkes, ihres chronistisch aktuellen Zuges anhand einer analytischen Übersicht seines Kantatenschaffens von 1944-1968. Es wird nachgewiesen, wie sich sein gesellschaftliches Verantwortungsbewußtsein nicht im politischen Stoff erschöpft, sondern aus der Kenntnis der Gesetze des dialektisch-historischen Materialismus eine künstlerische Methode abgeleitet wird, deren typisch konkrete Erscheinungsformen am jeweils einzelnen Beispiel herausgeschält werden. Dialektisches Verhältnis zwischen Bild, Wort und Ton (Deutsches Miserere), dialektisch kompositorische Zusammenhänge (An die Mütter und an die Lehrer), dialektisch-materialistische Geschichtsauffassung (Appell), Dialektik von poetischer und musikalischer Form (Die Erziehung der Hirse), dialektische Position seiner Kompositionsmethode (Hymne auf den Beginn einer neuen Geschichte der Menschheit), Gegensatz und Einheit populärer und stilisierter musikalischer Sprache (Marburger Bericht), Tradition im dialektischen Sinne (Appell der Arbeiterklasse), dialektischer Charakter des Zitats' (Requiem für Lumumba), dialektische Entwicklung des Personalstils (Geschäftsbericht), dialektische Wechselwirkung von Kunst und Agitation (Brief an die Grundorganisationen). Außerdem entstehungs— und aufführungsgeschichtliche Fakten.
Personen
- Fritz Hennenberg Autor*in