Bericht 1966

Eintrag 201

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Referat1966
Zum Bericht 1966

Niemeyer, Annemarie: Schuberts Lazarus-Fragment und seine Beziehung zur Textdichtung. - Referat, Internat. Kongreß der GfM, Leipzig, 1966. - Erscheint im Kongreßbericht.

Es werden die Umstände geklärt, wie Schubert zu dem Lazarus Libretto des Hallenser Theologen A. H. Niemeyer kam, wieweit der Text verändert wurde und warum die Komposition unvollendet blieb. Schubert wurden Niemeyers religiöse Dramen bekannt im Zusammenhang mit dessen Wienreise 1811, wo dieser u.a. mit Ferdinand Schubert und Friedrich Schlegel zusammentraf. Die Vertonung des 'Lazarus' erfolgte wortgetreu. Bisher wurde angenommen, der Komposition habe eine Neufassung des Dramas von 1814 zugrundegelegen. Schubert stützte sich jedoch auf die erste, schon 1778 in einer Vertonung J. H. Rolles im Druck erschienenen Fassung. Aus Schuberts seelischer Verfassung 1820 erklärt sich, weshalb der Textteil mit dem Auferstehungsjubel unvertont blieb. Anzunehmen ist, daß Schubert den 'Lazarus' als vollendet betrachtete.

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