Bericht 1971

Eintrag 98

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.
Zum Bericht 1971

Kunze, Lothar: Untersuchungen zur Struktur musikalischer Interessen bei Schülern der Klassen 5 bis 12 der sozialistischen Oberschule der DDR unter dem besonderen Aspekt des Anteils von Interesse für Tanz- und Unterhaltungsmusik. - Leipzig, Phil. Diss. 1971. 305 S.

Im Stadium des Schuljugendalters (Kl. 5-12) entwickeln sich innerhalb eines relativ breiten Feldes verschiedener Interessengebiete in bedeutendem Maße musikalische Interessen, die gruppenspezifisch nach Ausformungsgrad, Gerichtetheit und Strukturiertheit signifikant differenzieren. Genres/Gattungen aus unterschiedlichen Funktionsbereichen determinieren entscheidend sowohl die Interessiertheit der Jugendlichen für Musik als auch die Ausbildung altersetappen- und bildungsstufentypischer Binnenstrukturen des Musikinteresses. Der Einfluß leichter rezipierbarer Musik bei der Strukturbildung ist eindeutig zu hoch und be- und verhindert eine ausgewogene musikalisch-ästhetische Bildung und Erziehung der Schuljugend. Die während des gesamten Schuljuaendalters relativ einseitige und bewußt bekundete Interessiertheit für musikalische Erscheinungen und theoretische Sachverhalte der Genres "Tanz- und Unterhaltungsmusik" verschließt anderen Genres/Gattungen den Zugang zum musikalischen Rezeptions- und Erlebnisbereich der Jugendlichen. Dies führt deutlich zur Ausbildung und Verfestigung einer Einstellungstendenz, einhellig nur "Beat- und Tanzmusik der Gegenwart" anzuerkennen und gegenüber allen anderen musikalischen Genres/Gattungen eine konträre Haltung einzunehmen. Der höhere Grad musikalischer Interessiertheit der Mädchen gegenüber den Jungen wird bestätigt; dagegen ist die musikalische Rezeptionsbereitschaft der Jungen differenzierter als die der Mädchen.

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