Lüdeke, Rudolf: Gedanken zum Problem der musikalischen Intonation. - In: Wissenschaftliche Zeitschrift der Martin-Luther-Universität Halle. 20 (1971), 1, S. 27-45. = Ges. - u. Sprachwiss. Reihe.
Menschliche Spekulation schafft Intonationssysteme auf der Grundlage naturgegebenen Materials. Die Instrumentenqruppen des Orchesters haben unterschiedlichen Tonreihenaufbau, das Zusammenwirken erfolgt in Toleranz gegenüber physikalischen Exakt-Werten. Einwandfreie Zuordnung zu einem System - Pythagoreisch-Natürlich-Temperiert - erfolgt nicht. Der Hörvorgang ist äußerst kompliziert. Streuung innerhalb von Ton-Zonen ist vorhanden. Intervalle haben verschieden große Toleranzbreiten. Intonationshören kann erworben werden. Intervalldistanzen werden künstlerisch genutzt, z.B. "geschärft". Somit erfolgt Abweichunq von den Soll-Werten. Zeitgemäße Interpretation des Orchestermusikers - Streicher, Holz- und Blechbläser - verlangt letzte Ausbildung des Intonationsgehörs auf neuen Wegen.
Personen
- Rudolf Lüdeke Autor*in