Friege, Barbara: Der Wandel im Interpretationsideal der Klaviersonaten Ludwig van Beethovens. - In: Bericht über den Internationalen Beethoven-Kongreß 10.-12. Dezember 1970 in Berlin. - Berlin: Verlag Neue Musik 1971. S. 569-574.
Beethovens eigener oft recht subjektiver Spielweise wird sein Interpretationsideal gegenübergestellt, das vor allem "kraftvoll-männlichen" Anschlag mit gebundenem Kantabile-Spiel verbindet und bei seinen Schülern und Verehrern (Dorothea Ertmann und Marie Bigot) fortgesetzt wurde. Eine Änderung des Interpretationsideals zeigt sich bei Carl Czerny, vor allem bei Liszt, der sich große Freiheiten in Tempo und Zusätzen erlaubte, während sich in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts mit Bülow eine werkgetreue Auffassung durchzusetzen beginnt, d.er aber am Ende des Jahrhunderts äußerst subjektive Ausdeutungen gegenüberstehen. Neue Maßstäbe setzte die Schallplatten-Produktion Beethovenscher Werke. Mit Hinweisen auf die Interpretation der Klaviersonaten durch Dieter Zechlin sowie auf die Beethoven-Konzeption des sowjetischen Pianisten Goldenweiser wird auf die Überlegenheit einer wissenschaftlich begründeten Interpretationsweise aufmerksam gemacht.
Personen
- Barbara Friege Autor*in