Schmidt , Carl: Tonalität im Hörerlebnis. - Diskussionsbeitrag, Internat. Kongreß der GfM, Leipzig, 1966. - Erscheint im Kongreßbericht.
Man kann Tonalität auch als Ordnungsprinzip des Musikhörens oder als normative Grundlage der Musikalität ansehen. Der Hörer beherrscht Tonalität als Modell eingefahrener Ordnung mit unbedingter Sicherheit, ohne davon zu wissen. Eicht die einzelnen Positionen der tonräumlichen Ordnung sind aber für das Hören wichtig, sondern die Wege zwischen den Tonorten. Die Werdensgestalt des musikalischen Kunstwerkes, die im Hörerlebnis auftritt, ist wichtiger als die Seinsgestalt im Notenbild. Konsequenzen ergeben sich u.a. für die Musiktheorie, die harmonische Funktion nicht nur aus ihrem absoluten Verhältnis zu einer Tonika, sondern aus den Relationen zwischen den Funktionen im Ablauf erkennen muß.
Personen
- Carl Schmidt Autor*in