Hoke, Hans Gunter: Spielbegriff und Spieltheorie im Ansatz der marxistischen Ästhetik. - In: Beiträge zur Musikwissenschaft. 13 (1971), S. 243-259.
Für die Nutzbarmachung spieltheoretischer Ansätze in der marxistischen Ästhetik und Musikästhetik eignen sich sowohl herkömmliche Ausprägungen des Spielbegriffes als auch die kybernetisch-mathematische Spieltheorie in nur begrenztem Maße. Die theoretisch-philosophische Trennung von Spiel und Arbeit und die mit dem konventionellen bürgerlichen Spielbegriff verbundene Freitätigkeitsillusion haben ihre objektive sozialhistorische Grundlage in dem durch die kapitalistische Produktion hervorgerufenen Entfremdungsprozeß, der in der sozialistischen bzw. kommunistischen Gesellschaft aufgehoben wird. Die marxistische Ästhetik sollte sich daher auf einen erkenntnistheoretischen Spielbegriff beziehen, der Spiel als "gesellschaftlich-praktisch determinierte Notwendigkeit" faßt zur "Erlangung und Übung bestimmter Fähigkeiten bzw. der Vorwegnahme künftiger Umweltsituationen, der Voraussicht oder Vorausberechnung als Operation am internen Modell der Außenwelt." (G. Klaus).
Personen
- Hans Gunter Hoke Autor*in