Bericht 1972

Eintrag 364

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Zum Bericht 1972

Zschoch, Frieder: Zum gegenwärtigen Stand der Beethoven-Edition. - In: Bericht über den Internationalen Beethoven-Kongreß 10.-12. Dezember 1970 in Berlin. - Berlin: Verlag Neue Musik 1971. S. 507-514.

Ausgehend von einer der Interpretationspraxis erwachsenen Forderung Kurt Masurs nach dringend notwendiger wissenschaftlicher Überprüfung der gebräuchlichen Neuausgaben Beethoven-scher Werke anhand authentischen Quellenmaterials, wird ein Überblick einiger Entwicklungsprobleme des deutschen Musikverlagswesens am Beispiel der Beethoven-Editionen geboten. Dem Hinweis auf Otto Jahns kritische Reflexionen zur ersten Beethoven-Gesamtausgabe (Breitkopf & Härtel 1862-65) folgen Einschätzungen neuerer Editionen (Paul Mies, Willy Hess, Hermann Koller u. a.) vor allem Beethovenseber Klavierwerke, Anhand einer kritischen Neuausgabe der Diabelli-Variationen durch Peter Hauschild kann nachgewiesen werden, wie trächtig und notwendig neue Quellenforschungen sein können. Nachtrag: N 1 Gülke, Peter: Zum Verhältnis von Intention und Realisierung bei Beethoven,. - In: Bericht über den Internationalen Beethoven-Kongreß 10.-12. Dezember 1970 in Berlin, - Berlin : Verlag Neue Musik 1971, S. 517-532. Ausgehend von der Frage, inwieweit unsere verbesserten Aufführungsmöglichkeiten es erlauben, Beethovens Musik ganz seinen Intentionen gemäß zu realisieren da seinerzeit unerfüllbare Wünsche heute erfüllt werden können, wird anhand der Aufführungspraxis seiner Zeit - schlechte Orchester, wenig Proben etc. - der Umstand erörtert, daß gerade Beethovens Werk höhere Standards der Aufführung erzwang. Für Beethoven hatten intentionale Momente stets Vorrang vor technischen, Überforderung der Ausführenden erscheint nicht selten als integrierender Bestandteil seines Komponierens. Die spieltechnischen Grenzen die er beachten mußte, wurden oft kompositorisch reflektiert.

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