Bericht 1973

Eintrag 58

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Zum Bericht 1973

Elsner, Jürgen: Der Begriff des maqām in Ägypten in neuerer Zeit. - Leipzig: VEB Deutscher Verlag für Musik 1973. 110, 13 S. = Beiträge zur musikwissenschaftlichen Forschung in der DDR. Bd 5.

In der europäischen musikwissenschaftlichen Literatur wird der maqām-Begriff sehr allgemein und vieldeutig im Sinne von Tonweise, Melodiegestalt, Melodietyp, Melodiemodell, Gestalttyp verwendet. Diese Auffassung entspricht nicht dem ägyptischen Begriff, aber auch nicht den in den orientalischen Schriften seit dem Mittelalter zu findenden Begriffsinhalten. Der maqām-Begriff der klassischen Musiktradition Ägyptens seit 1900 erscheint in dreifacher Bedeutung: er bezeichnet einen konkreten Ton, eine Tonleiter oder einen allgemeinen tonal-melodischen Merkmalkomplex. Der letztere tendiert in jüngster Zeit zum Leiter-Begriff. Für den maqām-Begriff im Sinne eines allgemeinen tonal-melodischen Merkmalkomplexes werden zwölf Merkmale festgestellt, die den Tonvorrat, seine Gliederung nach Tongruppen (gins), die Funktion einzelner Töne dieser Tongruppen, die Hierarchie der Tongruppen, die Haupttongruppe und ihre Funktion, die allgemeine melodische Tendenz der Tongruppe und ihre mögliche Raffung zu melodischen Wendungen, den Aufbau des maqām, das Verhältnis von tonalem und formalem Aufbau des maqām, die Möglichkeiten der Modulation und ihre Rückführung betreffen.

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