Bericht 1973

Eintrag 123

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss. A
Zum Bericht 1973

Hillmann, Eva-Maria: Das Massenlied - Begriff, Geschichte, Analyse; dargestellt am Liedgut 1945-1970. - Leipzig, Diss. A, 1973. 256 S.

In drei Hauptabschnitten werden Begriffsentwicklung, historische Entwicklung und musikalische Strukturanalysen untersucht. Der Begriff "Masse" muß als Synonym für "Volksmasse" verstanden werden. In allen antagonistischen Klassengesellschaften ist das Massenlied Lied der Unterdrückten und greift in den Klassenkampf ein. Die Größe der singenden Kollektive ist nicht ausschlaggebend für die Unterordnung der Lieder unter den Begriff "Massenlied", sondern ihre inhaltliche Stellungnahme zum gesellschaftlichen Fortschritt. Mit der revolutionären Umwälzung zur nichtantagonistischen Gesellschaftsordnung vollzieht sich im Massenlied ein tiefgreifender Umschwung: seine Träger werden herrschende Klasse. Damit erfaßt das Massenlied alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Die Lieder der Periode 1945 bis 1949 in der DDR lassen folgende Gruppen aufschlüsseln: Internationale Arbeiterkampflieder, Arbeitervolkslieder, Lieder der antifaschistischen Widerstandsbewegung, Lieder aus den Konzentrationslagern, Chorgesänge der Arbeiterbewegung, Lieder der Arbeiterjugend und Jugendbewegung, das sowjetische Massenlied und das auf dem Territorium der DDR neu entstandene Liedgut. Für die Periode von 1949 bis 1956 ergeben sich folgende Hauptgruppierungen: Festlieder für das Deutschlandtreffen und die Vieltfestspiele, Jugendlieder, Aufbaulieder, Lieder zur sozialistischen Veränderung der Landwirtschaft und Lieder der Partei. Seit den 50er Jahren muß eine Gruppierung nach dem Anlaß, der zum Schaffen von Liedern angeregt hat, erfolgen. Die musikalischen Analysen stellen musikalische Besonderheiten heraus, die für die Liedgruppen und die historischen Perioden typisch sind.

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