Thäle, Johanne Dorothea: Die Klaviersonate bei Mendelssohn Bartholdy, Chopin, Schumann und Liszt. Ein Beitrag zur Geschichte der Klaviersonate des 19. Jahrhunderts. [1.2.] - Halle, Diss. A, 1973. [1.] 366 S.; [2.] S. 367-465.
Die Entwicklung der Klaviersonate im 19. Jahrhundert erfolgte in fruchtbarer Auseinandersetzung mit der Tradition (Beethoven, Schubert, Weber u. a.). Es konnte nachgewiesen werden, daß die historisch gewachsene Sonatenform eine wesentliche Differenzierung durch Einbeziehung genrebetonter Satztypen und fantasieartiger Elemente erfährt. Letztere stellen teilweise die Gattungsbezeichnung in Frage. Die Sonaten basieren motivisch-thematisch hauptsächlich auf einem Kernmotiv, wodurch die substantielle Einheit garantiert wird. Bei diesem Typ der Sonatenform, der bis in die Gegenwart bestimmend blieb, handelt es sich nicht um Gelegenheitswerke, sondern um Bekenntnisse, die in ihrer Zeit den höchsten Entwicklungsstand dieser Gattung verkörpern. Es wurde versucht, nachzuweisen, daß die häufig anzutreffende romantisierende Darstellung dieser Werke jeglicher Grundlage entbehrt.
Personen
- Johanne Dorothea Thäle Autor*in