Bericht 1975

Eintrag 65

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss. A
Zum Bericht 1975

Ferner, Johannes: Die Sonatenform im Schaffen Béla Bartóks. - Rostock, Diss. A, 1975. - 158 S.

Die Arbeit besteht aus drei Abschnitten: Voraussetzungen (begrifflich und historisch), Analysen (Werke bis 1917, Experimente und Klärung, Spätstil) und Ergebnisse (unter gattungsspezifischem Aspekt). Ausgehend vom Prozeßcharakter des Sonatenformbegriffs und den auf Synthese zielenden Ideenkonzeptionen Bartóks steht das Verhältnis von Kunstmusik und Folklore im Mittelpunkt. Große Bedeutung erlangt dabei das Brückenprinzip im Sinne qualitativen Umschlags im Durchführungskern, zu verstehen als Vorprojektion des Werkganzen. Im Spätschaffen führt die zunehmende Integration folkloristischer Intonationen zu erneutem Inhaltswandel der Sonatenform, gekennzeichnet durch den Abbau der Gegensätze und gleichzeitiges Streben nach innerer und formaler Ausgewogenheit. An Tonalität und Reprise hält Bartók grundsätzlich fest.

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