Bericht 1975

Eintrag 92

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss. A
Zum Bericht 1975

Grützner, Vera: Traditionen, Stationen und Tendenzen der Filmmusikdramaturgie: aufgezeigt anhand von DEFA-Spielfilmen. - Halle, Diss. A, 1975. - 202 S.: Notenbeisp.

Theoretischer Ansatz für die Untersuchung musikdramaturgischer Tendenzen im DEFA-Spielfilmschaffen sind die Grundgedanken Sergej Eisensteins, Béla Balázś und Hanns Eislers zur Funktion der auditiven Schicht im Film. Die historische Entwicklung des sozialistischen deutschen Spielfilms wird unter Berücksichtigung der Funktion der Filmmusik und der Beziehungen der Filmmusik zur gesellschaftlichen Progression abgehandelt und der Zusammenhang filmmusikalischer, ästhetischer und dramaturgischer Fragen aufgedeckt. Die Untersuchung der Abhängigkeit der Musikdramaturgie von Thema und Genre des Spielfilms berücksichtigt drei Kategorien von Spielfilmen (Filme über Themen des Antifaschismus und der Geschichte der Arbeiterbewegung, Filme mit Gegenwartsthematik, Gegenwartskomödien) und enthält zahlreiche Beispielanalysen von DEFA-Spielfilmen unter musikdramaturgischem Aspekt. Es wird auf die Systematisierung der dramaturgischen Funktionen der Musik von Zofia Lissa eingegangen. Drei Wirkungsbereiche der Musik in der Spielfilmdramaturgie werden genannt und an Beispielen erläutert (Musik als Gestaltungsfaktor im Figurenaufbau, in der Handlungsführung, im emotionell-stimmungshaften Bereich). Die Musikgestaltung wird unter strukturellem Aspekt, Montageformen von Bild und Musik (Synchronismus, Asynchronismus, Parallelismus, Kontrapunkt) analysiert und es werden Modelle musikalischer Lösungen im Bereich der Inzidenzmusik und der stofführenden Musik formuliert. Eine Übersicht über alle Komponisten des DEFA-Studios für Spielfilme gibt Auskunft über ihre Zusammenarbeit mit Regisseuren, über Filmtitel und Entstehungszeit der Filme.

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