Herz, Joachim: Gespräch mit Joachim Herz über Oper in unserer Zeit./ [Interview mit ITI Paris]. - In: Zur gesellschaftlichen Funktion des sozialistischen Theaters. - [Berlin:] Verband der Theaterschaffenden der DDR, 1975. - S. 21-25. - (Material zum Theater: Theater und Gesellschaft, Nr. 59, H. 7)
Die Oper soll entsprechend ihrer gesellschaftlichen Funktion durch Wirksamkeit der ästhetischen Erziehung und Bildung der zunehmenden Perfektion der Technik durch Humanisierung entgegenwirken. In der DDR besitzt die Oper einen exponierten Platz. Es hat sich deshalb erwiesen, daß die Massenmedien die Wirkung einer originalen Opernaufführung nicht ersetzen können. Das Musiktheater will in erster Linie breite Besucherkreise aus allen Schichten der Bevölkerung ansprechen. Das Star- und Stagionetheater wird im sozialistischen Musiktheater nicht angestrebt, Grundlage bleibt das Ensembletheater. Die Erschließung und Aktualisierung der Meisterwerke der Vergangenheit kann nicht als alleinige Aufgabe des gegenwärtigen Operntheaters angesehen werden. Der Zugang zum zeitgenössischen Opernschaffen ist weitgehend von Stand und Ausbildung der Interpreten abhängig, die menschliche Charaktere überzeugend darstellen können. Inwieweit die von Felsenstein in der Komischen Oper entwickelten Methoden auch auf kleinere Theater zu übertragen sind, bedarf noch der Bestätigung durch die Praxis.
Personen
- Joachim Herz Autor*in