Lüdeke, Rudolf: Untersuchungen zur Intonation im Streichquartettspiel. - Halle, Diss. B, 1975. - [1] XI, 226 S.; [2] S. XIII-XVIII, 227-576, XIX-XXX.
Die Intonation der europäischen Instrumentalmusik bezieht sich auf die Systeme: Pythagoreisch, Harmonisch-rein und Gleich-schwebend-temperiert. Seit ca. 1300 entwickelte sich der Ausbau der Zusammenklangsbezüge.: die ständig wachsende Diskrepanz strebte nach Auswegen. Intonation wurde jahrzehntelang ohne experimentellen Beweis diskutiert. Orchester-und Klavierinstrumente setzen verschiedene Intonationssysteme voraus. Ungeklärt sind immer noch die Vorgänge beim musikalischen Hören- es gibt noch keine unangefochtene Hörtheorie. Im Instrumentalunterricht wird den Intonationssystemen eine ungerechtfertigt minimale Bedeutung zugemessen. An drei Beispielen (Übungen) aus der Streicherliteratur werden die Intervallgrößen im Solo- und Ensemblespiel experimentell untersucht, und zwar die Werte 1) der Strebigkeit, 2) des linearen Duktus der Einzelstimme und 3) in akkordisch konzipierter Musik. Ergebnis: Veränderung der Intervallgrößen von 1) auf 3) und vom Solo- zum Ensemblespiel. Aussagen von Praktikern und subjektive Urteile von Wissenschaftlern früherer Jahrzehnte werden nicht bestätigt. In der angewendeten Intonation ist aufgrund der Entwicklung eine Wandlung eingetreten. - Es werden auch Intonationsqualitäten innerhalb der Quartettbesetzung untersucht. Ferner werden Aussagen über Intonation auf Blasinstrumenten gemacht.
Personen
- Rudolf Lüdeke Autor*in