Reichenbach, Horst: Zur Frage des Populären bei Mozart: ein Beitrag zur Mozartforschung. - Halle, Diss. A, 1975. - 219 S.
Herausgestellt wird die Bedeutung des Populären im 18. Jahrhundert, insbesondere in den Bereichen Philosophie, Literatur und Musik. Der Aufklärung, als einer gesamteuropäischen Bewegung, kommt hierbei besondere Bedeutung zu. Mozarts Stellung zum Populären wird unter dem Aspekt der Einflüsse während der Kindheit, der Reisen und am Beispiel der Opern "Entführung", "Figaro" und "Zauberflöte" dargestellt. In analytischen Untersuchungen wird nachgewiesen, in welcher Weise Mozart volkstümliches Liedgut mehrerer europäischer Völker anwendet. Die angeführten Musikbeispiele gliedern sich in wörtliche bzw. fast wörtliche Zitate; andere werden als abgewandelt benutzt nachgewiesen. Ferner werden Beispiele angeführt, die durch Anwendung spezifischer Elemente fremdländisches (auch exotisches) Kolorit erzeugen sollen. Untersucht wird die Verbindung von humanistischem Gehalt und volkstümlicher Form zu einer höheren Einheit "klassischer Popularität". Die kritische Einschätzung des Mozartbildes früherer Epochen dient u. a. dem Versuch, einen Beitrag zur Bildung eines Mozartbildes aus heutiger Sicht zu leisten. Mozarts Vorbildwirkung auf viele Komponisten und deren Urteil über Mozart werden berücksichtigt und am Beispiel von Eisler und Dessau wird die Einheit von Tradition und Neuerertum dargestellt.
Personen
- Horst Reichenbach Autor*in