Stompor, Stephan: Die deutschen Aufführungen von Opern Händels in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. - Halle, Diss. A, 1975. - [1] 14, 257 S.; [7] S. 258-517; [3] S. 518-606: Anh.: Quellenverz.; Bildanh.
Aufführungen der Opern Händels zu seinen Lebzeiten, die in Hamburg und Braunschweig stattfanden, zeigen - deutlicher noch als die Londoner Einstudierungen - das Bestreben, diese Werke in das sich damals entwickelnde Volkstheater des progressiven städtischen Bürgertums einzubeziehen. In Hamburg waren es von 1705 bis 1736 insgesamt 19 Werke mit über 200 Aufführungen (zum Teil in jeweils verschiedenen Einstudierungen) und in Braunschweig von 1723-1743 12 Werke Händels mit etwa 50 Aufführungen. Die Bearbeitungen wurden von Telemann, Reiser, Mattheson, Schürmann sowie anderen bedeutenden Musikern und Dichtern vorgenommen. Die Kenntnis der frühen deutschen und der ins Deutsche übertragenen Opern Händels vermittelt wertvolle Einsichten in das Übersetzungsproblem. Die in Hamburg entstandenen musikdramatischen Frühwerke Händels offenbaren viele Keime späteren Schaffens und machen die künstlerische Entwicklung Händels deutlicher. Die Bearbeitungen und die Aufführungen können den heutigen Interpretationen seiner Opern Anregungen im Sinne realistischer Lebensfülle vermitteln. Auch die opernästhetischen Erkenntnisse, die mit dem Operntheater verbundenen Auseinandersetzungen sowie die Zeugnisse zu seiner Wirkung und gesellschaftlichen Funktion wurden in die Untersuchung einbezogen. Als wichtigstes Quellenmaterial erwiesen sich die Hamburger und Braunschweiger Textdrucke. Die einzelnen Werke wurden in den Hamburger bzw, Braunschweiger Fassungen musikdramaturgisch analysiert (unter Einbeziehung einiger weniger noch erhaltener musikalischer Quellen) und die Adaptionen mit der jeweiligen Uraufführungs-Gestalt verglichen.
Personen
- Stephan Stompor Autor*in