Lange, Martin: Die Musik der Reformationszeit. - in: Musik u. Gesellschaft, Jg. 17. 1967, Nr. 10, S. 649-655.
Mit dem Thesenanschlag 1517 entstand nicht gleich eine völlig neue Musik, da Luther der Polyphonie verbunden blieb. Musik war ihm ein wichtiges Erziehungsmittel. Das Neue und zugleich national Bedeutsame ist der Liedgesang, in dem die Menschen auch ihre soziale Not und Hoffnung zum' Ausdruck brachten (vgl. Müntzer). Luthers Musikliebe war der Grund zur hohen Entwicklung der bürgerlichen Musikpflege der folgenden Jahrhunderte. Deutsche Sprache und Choral wurden Kennzeichen der protestantischen Kirchenmusik. Sologesang und Orgelmusik entwickelten sich erst im 17. Jahrhundert. Die Reformation förderte auch den Notendruck (Walthers 'Chorgesangbuch', Rhaws 'Neue deutsche Gesänge' und 'Bicinia'). Der bedeutendste Meister war Ludwig Senfl, auch des weltlichen Chorliedes, wie es u.a. in Georg Forsters Sammlungen erschien.
Personen
- Martin Lange Autor*in