Bericht 1968

Eintrag 5

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.1968
Zum Bericht 1968

Bachmann, Fritz: Rezeptionskundliche Untersuchungen zur Tanzmusik in der Deutschen Demokratischen Republik. - Diss., Inst. f. Musikwiss.. Halle 1968. VI/337 S.

Aus vergleichenden Analysen der ästhetisch-künstlerischen Gestaltung der Wertfaktoren werden Wertkriterien abgeleitet, die eine Einordnung der Titel in Wertkategorien ermöglicht. Die Analyse der musikalischen Substanz berücksichtigt die Einordnung der Motivgrößen in Intonationsgruppen, die motivische Gestaltung, die Kennzeichnung abgenutzter Gestaltungsmittel, Harmonisierung, Melodierhythmus und Form. - Die Versuchsprogramme zur Rezeptionsforschung bestanden aus sechs Titeln. 3488 Protokolle wurden ausgewertet. Die ästhetischen Wertungen der musikalisch vorgebildeten Versuchspersonen bestätigten die Rangfolge der aus den Analysen resultierender Wertkategorien. Aus der Konsistenz von ästhetischer Wertung und naiv-geschmacklichem Urteil wurden Niveaustufen der Ausgewogenheit der Rezeption abgeleitet, Konvergenz von ästhetischer Urteilskraft und Interesse als hohes Niveau der Ausgewogenheit der Rezeption konstatiert. - Für geräuschhafte, auf Euphorie abzielende Stücks (Kategorie "K”) war ein hohes Rezeptionsniveau bei 92,1 % der Musikerzieher und 14,9 % der Schüler und Lehrlinge festzustellen. 47,9 % der Protokolle der Schüler wiesen für anspruchsvolle Wertkategorien eine Divergenz zwischen ästhetischer Wertung "+" und naiv-geschmacklichem Urteil "-" auf; für die Kategorie K- wurde eine Inversion dieses Verhältnisses mit 42,3 % konstatiert. Bereits die Bekanntheit niederer Wertkategorien hat deformierende Wirkung auf das ästhetische Bildungsniveau, führt zu unkritischer Rezeption, zur Reduzierung des ästhetischen Urteilsvermögens.

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