Bericht 1968

Eintrag 90

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

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Koch, Klaus-Peter: Analogien zur Tonalität. - In: Musik u. Gesellschaft. 18 (1968), S. 458-461.

Der Begriff Tonalität wird als Vorgang bei der musikalischen Rezeption, als Orientierung auf ein melodisches Bezugszentrum definiert. Die Orientierung auf eine Tonika ist dann nur ein Spezialfall, Tonikalität genannt. Sie hat Analogien in der Modalität, u.a. in der altgriechischen hegemon-hypate-Beziehung. Die Erweiterung der Tonalität ist keine Erscheinung des 20. Jahrhunderts, sondern ein fortwährender Prozeß. Der Begriff Funktionalität wird als Vorgang bei der musikalischen Rezeption, als Orientierung allgemein auf ein Bezugszentrum definiert. Die Tonalität hat wiederum Analogien im Bereich der Klangstärke (Dynamik), Klangfarbe (Harmonik: Konsonanz-Dissonanz u.a.), Klangdauer (Rhythmik: Metrizität) und Klanghöhe (Melodik: neben Tonalität auch die Orientierung auf Gestalten wie konstruktives Intervall, Motiv, Thema, wiederholter Teil usw.). Diese sind unter dem Begriff Funktionalität zusammenzufassen.

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