Michel, Paul: Akzeleration und Mutation. - In: Musik in der Schule. 19 (1968), S. 95-105.
Nach kurzer Charakterisierung der wichtigsten Wesenszuge der säkularen Akzeleration als physische und psychische Entwicklungsbeschleunigung mit zunehmender Verlängerung der Entwicklungsphasen bei möglicher Asynchronie in einzelnen Bereichen wird anhand von Forschungsergebnissen nachgewiesen, wie sich die Mutation in die Akzeleration organisch eingeordnet. Dabei wird Im Vergleich mit entsprechenden Forschungen um die Jahrhundertwende die Vorverlegung des Mutationsbeginns um 3 Jahre, des Mutationshöhepunktes um 1 Jahr und des Abschlusses um 2 Jahre nachgewiesen, wobei sich die Streubreite gegenüber 1900 (12. bis 20. Lebensjahr) heute erweitert hat (9. bis 18. Lebensjahr). Die Veränderungen im Stimmumfang bei Vorschulkindern und Schulanfängern ("Tiefsinger") werden ebenfalls als akzelerationsbedingt angenommen. Schließlich werden Schlußfolgerungen für die schulische Stimmbildung vor, während und nach der Mutation und für die Ausbildung im Sologesang gezogen.
Personen
- Paul Michel Autor*in