Rösler, Klaus: Das Mansfelder Bergmannslied - Versuch einer Sammlung und Interpretation. - Diss., Halle 1967.
Die Arbeit stellt einen Beitrag zum Komplex "Arbeiterliedforschung" dar. Sie verfolgt das Ziel, das durch seine berufsständische und landschaftsbedingte Thematik sich selbst von anderen Arbeiterliedern abgrenzende Teilgebiet aus marxistischer Sicht einer kritischen Analyse und Interpretation zu unterziehen. Dabei galt es die Spezifika des Mansfelder Bergmannsliedes im Zusammenhang aller gesellschaftlicher Faktoren zu sehen, die bei der Herausbildung einer über 3oojährigen Liedtradition wirksam wurden. In sieben Kapiteln wird versucht, die sich im Liedgut widerspiegelnde Bewußtseinsentwicklung der Mansfelder Bergleute nach historischen und sozialökonomischen Gesichtspunkten zu begründen. Kapitel VII erfaßt Neuschöpfungen, die der veränderten gesellschaftlichen Entwicklung nach 1945 entsprechen. Bei den Mansfelder Bergmannsliedern handelt es sich zum größten Teil um Kontrafakturen geistlicher (17./18. Jahrhundert) oder preußisch-politisch engagierter Lieder (19. Jahrhundert). Eigenständiges mansfeldisches Melodiengut läßt sich nur sehr vereinzelt nachweisen (17./18. Jahrhundert und nach 1945). Die Entwicklungstendenz des Liedtyps entspricht auch im Mansfeldischen der allgemeinen Praxis berufsständischen Chorgesangs: einstimmige, im Choralton gehaltene spätmittelalterliche Gesänge, revolutionäres und klassenbewußtes Arbeiterkampflied.
Personen
- Klaus Rösler Autor*in