Schotte, Hildegard: Vokalsolistische Interpretation von Arbeiter- und Kampfliedern, dargestellt am Schaffen Hanns Eislers. - In: Musik in der Schule. 19 (1968). S. 261-264.
Eine Komposition ist die musikalische Kommunikation eines künstlerischen Abbildes der Wirklichkeit. Die Interpretation als ihre klangliche Realisierung ist in ihrem Mittlertum zwischen Werk und Hörer das Ergebnis eines weiteren kommunikativen Umsetzungsprozesses. Die Vortragsweise ist integrierender Bestandteil einer Komposition und muß bei der klanglichen Realisierung durch den Interpreten als vom Komponisten vorgegebenes Kommunikationsmittel wirksam werden. - Der Kampfliedersänger baut seine Kunst auf der traditionellen Gesangstechnik auf, er bezieht seine Vortragsmittel aus dem Volkssängertum, aus der Singweise des Agitprop, des Kabaretts, des Bänkelsangs und des Schauspielers und kommt zu dem antivokalischen Vortragsprinzip der vibrato-armen kurzen Vokalisation und der dramatisierten akzentuierten Konsonantierung. Er ist Agitator, seine Kunst ist Waffe im Klassenkampf des Proletariats. Die Verbindung der drei Künstlerpersönlichkeiten Bertolt Brecht, Hanns Eisler und Ernst Busch entwickelte den Arbeiter-Kampfgesang zu einen künstlerisch hochwertigen Genre der modernen aktuellen Musik.
Personen
- Hildegard Schotte Autor*in