Goldschmidt, Harry: Freude schöner Götterfunken. Konzeptionelle Struktur-Untersuchungen an einigen Werken Beethovens. - Forschungsauftrag, Dt. Akademie der Wissenschaften und Dt. Akademie der Künste zu Berlin. Beginn: 1967.
Im Rahmen der syntaktisch-semantischen Untersuchungen des allgemeinen Forschungsprogrammes (s. Titel) werden die Methoden der musikalischen Inhaltserforschung im Hinblick auf das Beethoven-Zentenarium speziell auf diesen Komponisten angewendet. Obwohl aus methodischen Aspekten hierfür das gesamte Werk herangezogen werden muß, beschränkt sich die vorgesehene Publikation aus praktischen Gründen auf einen relativ geschlossener! Komplex, der das Spätwerk von der 9. Sinfonie an umfaßt. Es kann der Nachweis erbracht werden, daß die in diesem Werk vokal erscheinende Ode "An die Freude” auch in den Nachfolgewerken ausnahmslos vom Komponisten mit sämtlichen Strophen als Textmodell herangezogen wurde. Selbst in der Sinfonie kommt den gesungenen Strophen und Strophenteilen nur die Bedeutung von vokalen Zuordnungen zu, während in den übrigen Sätzen die fehlenden Strophen eine instrumentale Behandlung erfahren. Die Tendenz zur Vollständigkeit in der Verwendung der Freuden-Ode konnte als ein wesentlicher konzeptioneller Zug im späten Schaffen Beethovens ermittelt werden.
Personen
- Harry Goldschmidt Autor*in