Bericht 1968

Eintrag F 119

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Forschungsarbeit und Habil.-Schrift
Zum Bericht 1968

Rothe, Hans-Joachim: Die Entwicklung des Deutschen Sängerbundes 1862-1918. - Forschungsarbeit und HabSchr., Inst. f. Musikwiss. Jena. Beginn: 1966.

Ziel: Untersuchung und Darstellung der Tätigkeit des Deutschen Sängerbundes als Interessenorganisation der deutschen Bourgeoisie auf künstlerischem Gebiet. Methoden: Weitere Auswertung des historischen Materials vor allem aus den einschlägigen Zeitschriften des Bundes und Analysen des gesungenen Liedgutes nach Inhalt und Form an Hand der Liederbücher des Deutschen Sängerbundes. Ergebnisse: Der Deutsche Sängerbund erwuchs aus den zunächst fortschrittlichen Einigungsbestrebungen des deutschen Bürgertums und überwand alle Gefahren einer drohenden Spaltung. Nach 1871 fehlte jedoch eine neue Aufgabenstellung, so daB es reaktionären Kräften allmählich möglich wurde, die Organisation zur Propagierung imperialistischer Ziele einzusetzen. Die klassenmäßige Zusammensetzung der Leitung und der Mitgliedschaft bot nicht die Gewähr für die Verfolgung demokratischer Interessen. Im Liedgut kommen neben reaktionärem "Patriotismus" vor allem Tendenzen zu bürgerlicher und kleinbürgerlicher Geselligkeit zum Ausdruck, in denen sich die Zufriedenheit der Sänger mit der bestehenden Gesellschaftsordnung widerspiegelt.

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