Bericht 1971

Eintrag 238

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.
Zum Bericht 1971

Vogel, Günter: Diether Noll, Leben und Werk, Versuch der Würdigung eines Komponisten der jüngeren Generation in der Deutschen Demokratischen Republik. - Halle. Phil. Diss., 1971 478 S.

Noll, Diether, geb. 22. September 1934 in Merzig, studierte auf.der Franz-Liszt-Hochschule Weimar das Kapellmeisterfach und Komposition (J. Cilenšek). Nach der Tätigkeit an verschiedenen Bühnen wurde er 1969 Musikalischer Oberleiter am Eisenacher Landestheater. Noll hat sich vorwiegend dem geistlichen Oratorium gewidmet. In den zwei Schaffensperioden greift er zunächst Stilelemente der vorklassischen Meister auf und zeigt die Verbindung zu Hindemith und Orff, die ihm zu Leitbildern, wurden. Die verschiedenen Stilarten vermag er zu einer eigenen Aussage umzuschmelzen. In der zweiten Schaffensperiode erweitert er mit Hilfe der Schönbergschen Zwölftontechnik seine Ausdrucksmöglichkeiten, ohne die Tonalität aufzugeben. Nolls Entwicklungsgang führt von der bürgerlichen Musik des 18. und 20. Jahrhunderts zu der vielgestaltigen Musik des humanistischen Realismus der Gegenwart, teils kirchlich gebunden, teils in einer weltoffenen Verbindung die aktuellen Probleme anpackend mit dem Ziel, in diesem Sinne bewußtseinsbildend und menschenerziehend zu wirken. Für die kompositorische Entwicklung Nolls war der Umstand entscheidend, daß alle seine großen Werke unmittelbar nach dem Entstehen aufgeführt werden konnten.

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