Michel, Paul: Über die historische Wandelbarkeit des musikalischen Hörens. - Referat, Ms. 39 S.
Das musikalische Hören wird als Produkt der gesellschaftlichen Entwicklung und der durch sie bewirkten Entwicklung der Musikkultur gekennzeichnet; es weist die gleichen historischen Veränderungen wie das musikalische Schaffen auf, beide sind in ihren Wandlungen dialektisch miteinander verwoben. Der Hörvorgang wird durch spezifische, in den jeweiligen Entwicklungsetappen der Musikkultur herausgebildete Integrationsmechanismen (musikalische Bezugssysteme) verwirklicht, wobei es in Perioden heftiger musikalischer Umschwünge zu Konflikten zwischen den an der bisherigen Musik herausgebildeten Hörerfahrungen (Hörgewohnheiten) und neuen Integrationsmechanismen kommt. Es werden die gegenwärtigen Widersprüche zwischen Hörer und zeitgenössischem Musikschaffen aufgedeckt und daraus Forderungen an den Komponisten und an die Hörerziehung in Öffentlichkeit und Schule abgeleitet, insbesondere hinsichtlich der Erziehung zum aktiven und historischen Hören.
Personen
- Paul Michel Autor*in