Bericht 1968

Eintrag 76

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

1967
Zum Bericht 1968

Hoffmann, Winfried: Das Massenlied - Studien zu seiner Entwicklung und Bedeutung in der DDR. II. Teil: Die musikalischen Strukturanalysen. - Leipzig: Inst. f. Volkskunstforschung b. Zentralhaus f. Kulturarbeit 1967. 120 S.

Die Zuordnung der Massenlieder zu den inhaltlich charakterisierten Liedgruppen richtete sich nach Bedeutung, Funktion und Grad der Verbreitung der Lieder in zeitlich annähernd abgrenzbare Perioden. Das Liedgut wurde in 11 Gruppen gegliedert und analysiert. Die Melodik des Massenliedes wird häufig von Fanfaren- und Dreiklangsstrukturen bestimmt. Später sind diatonische Intervallverläufe und tonrepetitorische Strukturen kennzeichnend. Der Rhythmus ist überwiegend durch den 4/4-Takt charakterisiert und symbolisiert die körperliche Bewegung des Marschierens. Die Form ist in der Regel zweisätzig und meist zweiteilig. Der Text nimmt aktuelle politische Ereignisse zum Anlaß; die Mängel bestehen in zu geringer künstlerischer Qualität, Klischees, plakathaften Texten, fast völligem Fehlen lustiger, frecher, satirischer und gefühlsbetonter Inhalte. Die Gründe für die rückläufige Tendenz des Massenliedkomponierens und -singens sind nur im geringeren Maße aus der Struktur der Lieder abzuleiten, vielmehr aus neuen gesellschaftlichen Bedingungen.

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