Bericht 1968

Eintrag 77

BERICHT über die musikwissenschaftlichen Arbeiten in der Deutschen Demokratischen Republik

Diss.1967
Zum Bericht 1968

Hoffmann, Winfried: Das Hirtenblasen im Thüringer Wald. - Diss., Leipzig 1967. 245 S.

Die Signale der thüringischen Hirten stellen eine besondere Art von Blasmusik dar; sie gelangen nicht mehrstimmig und im Ensemble, sondern einstimmig und solistisch zur Ausführung. Bei der traditionellen "Thüringer Hirtenschalmei" handelt es sieh nicht um ein Oboeninstrument, sondern um eine ventillose Holztrompete mit selbständigem, einsetzbarem Kesselmundstück aus Metall. Die "Thüringer Hirtenschalmei" laßt sich als Diminutivform des deutschen und schweizerischen Alphorns ansprechen. Die instrumentalen Signale lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: in Signale mit Volksliedsubstanz (Typ I Die Hirtenfrau, Typ II Das faule Gretchen, Typ IV Das Schönjungferlieschen) und in Signale mit "textfreier" Substanz. Beim Hirtenblasen im Thüringer Wald handelt es sich um eine originelle instrumentale Volksmusikausübung, die in enger funktionserfüllter Bindung zu Leben. Brauch und Beruf der einheimischen Bevölkerung steht.

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